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Bindetechnik: Binden mit natürlichen Stielen

Floristik-Prüfungsfrage: Brautstrauß-Techniken

Welche verschiedenen Techniken zur Brautstraußerstellung gibt es?

Benennen Sie die unterschiedlichen Techniken und beschreiben Sie kurz die wesentlichen Kriterien!

Vergleichen Sie Ihre Antwort auf die Prüfungsfrage mit der Musterlösung von Karl-Michael Haake, dem BLOOM’s-Ausbildungsexperten.

Bindetechniken

Es gibt in der Hochzeitsfloristik verschiedene Techniken zur Brautstraußherstellung. Eine Möglichkeit ist das Binden als ursprüngliche Herstellungstechnik.

Bei den Bindetechniken unterscheidet man vier verschiedene Möglichkeiten:

1. Binden mit natürlichen Stielen: Diese Technik unterscheidet sich kaum von der Herstellung eines normalen Blumenstraußes. Der wesentliche Unterschied ist das Zusammendrücken der aufgrund der spiraligen Stielführung ursprünglich gespreizten Stiele. Das ist notwendig, damit ein für die Braut angenehm zu haltender, relativ dünner Straußgriff entstehen muss. Hierbei darf allerdings nichts abknicken. Auch wird der Stielbereich bewickelt, da die nackten Blumenstiele die Hand verschmutzen und ebenfalls dauerhaft unangenehm zu halten sind. So entstehen ausschließlich recht dichte, runde Brautstraußformen. Eine abfließende Bewegung ist nur dann möglich, wenn der Werkstoff selbst diese Eigenschaft mitbringt.

Bindetechnik: Binden gedrahteter Stiele

2. Binden gedrahteter Stiele:
Bei dieser Technik sind alle Werkstoffe angedrahtet und eventuell mit Tape umwickelt. So können sie frei geformt werden und jede Position einnehmen. Auch nicht biegsame Stiele, wie zum Beispiel bei Rosen, können dann abfließend verarbeitet werden. Wenn die Blumenstiele keine gestalterische Funktion mehr haben, so wie in dichten, tropfenförmigen Sträußen, kann man sie ganz durch Draht ersetzen. So wird der Brautstrauß noch leichter, denn starke, Wasser enthaltende Stiele sind schwerer als ein passender Draht.

Bindetechnik: Mischtechnik

3. Mischtechnik:
Hier werden angedrahtete Werkstoffe nur dort eingesetzt, wo eine entsprechende Biegung notwendig ist, meist also im äußeren Straußbereich. Außerdem ersetzt man nahezu alle dicken Stiele durch Draht. Bei dichter Werkstoffanordnung bietet sich sogar das Andrahten mehrerer Stiele mit einem Draht an. So spart man Zeit und Material und reduziert gleichzeitig Gewicht und Griffstärke des Brautstraußes.Alle sonstigen Werkstoffe werden mit ihrem natürlichen Stiel verarbeitet und allenfalls gestützt oder geschient. Bei dieser Technik handelt es sich zwar nicht um eine „reine“, aber um eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Technik. Mit ihr versucht man die Nachteile der oben beschriebenen Techniken zu minimieren und die jeweiligen Vorteile zu nutzen.

Bindetechnik: Englische Technik

4. Englische Technik: Klassische englische Brautsträuße sind formbinderische Werkstücke: Tropfen und Bogenformen mit dicht gefügten Werkstoffen. Darauf ist die Technik auszurichten. Alle Werkstoffe sind nahezu ohne Stiel mit feinen, dünnen Drähten angedrahtet, um dann mittels Tape auf eine starke Drahtachse aufgewickelt zu werden.

Bindetechniken: Stecktechnik

Stecktechnik

In der Hochzeitsfloristik hat sich die Stecktechnik als eine der wichtigsten Techniken im Bereich des Brautschmucks etabliert. Vieles wird durch sie möglich und betriebswirtschaftlich ist sie besonders attraktiv. Die Basis ist der Steckschaum-Brautstraußhalter. In den gewässerten Brautstraußhalter werden die einzelnen Werkstoffe gesteckt. Längere und schwerere Werkstoffe müssen angedrahtet und am Kunststoffgitter verankert werden.

Gehalten wird in der Steckschaumbasis allerdings kein Strauß, sondern die einzelnen Blumen. Es entsteht somit auch kein Strauß im technischen Sinn, sondern ein Gesteck. Da aber rein optisch Straußformen gestaltet werden, bleibt man bei diesem Begriff.

Brautstrauß-Techniken

Spezielle Techniken

In der Hochzeitsfloristik gibt es außerdem spezielle Techniken. Viele Brautschmuckformen, die nicht zu der Begriffskategorie Strauß gehören, verlangen nach speziellen Techniken: Spindeln, Zepter, Taschen sind Beispiele.

Häufig werden solche Formen in einer Mischung mehrerer Techniken erarbeitet. Auffädeln, Anbinden mit fast unsichtbarem Nylonfaden oder Eindrahten von Werkstoff in ein Gerüst mithilfe von Zierdraht sind leicht anwendbar und müssen nicht erläutert werden. Auch Aufnähen und die Häkeltechnik mit Zierdraht werden eingesetzt.

Brautstraußtechnik: Winden, Verweben, Aufspulen

Zwei weitere Technikgruppen sind:

 

1. Klebetechnik: Klebetechniken sind vielseitig und oft als zusätzliche Technik bei der Erstellung verschiedener Brautschmuckformen einsetzbar. Häufig bilden sie eine material- und zeitsparende Alternative zu anderen Vorgehensweisen (zum Beispiel Andrahten).

2. Winden, Verweben, Aufspulen: Mit diesen Techniken lassen sich Fäden, Zierdrähte, lange Ranken und aufgezogene beziehungsweise in Ranken angedrahtete Werkstoffe zum Beispiel zu Spindelformen verarbeiten.

Die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Brautstraußtechniken sowie die Nennung der jeweiligen die Vor- und Nachteile finden Sie im BASICS-Lernbuch „Braut & Blume“! Darüber hinaus enthält das Buch viele weitere technische und gestalterische Informationen rund um die Hochzeitsfloristik!

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