Werkstückbesprechung  Festonartiger Brautkranz

Werkstückbesprechung festonartiger Brautkranz

In unserer aktuellen VIEW Hochzeit 2015 zeigen wir eine Reihe von praxisorientierten wie exklusiven Ideen für den Brautschmuck und die Hochzeitsfloristik. Dieser festonartiger Kranz als Brautschmuck aus dem neuen Fachmagazin nehmen wir hier genauer unter die Lupe:

Technik:
Zunächst wird aus Spanndraht ein Ring in passender Größe geformt und mit Floraltape bewickelt, damit eine nicht rutschige Oberfläche entsteht, auf der die Blütenstiele schließlich besser in Position bleiben. Diese werden in Wickeltechnik mithilfe von feinem Zierdraht fixiert. Beim Anlegen und Aufwickeln der Werkstoffe ist auf einen gleichmäßigen Übergang vom schlanken Anfang zur dicksten Stelle im unteren Kranzbereich und wieder zurück zum dünnen Ende der Wicklung zu achten. Hierin liegt die besondere technische Hersausforderung dieses Brautschmucks. Oben bleibt ein Griffbereich frei, der mit feinem Kunstseidenband gestaltet wird, wobei zugleich die Enden der zuletzt aufgewickelten Blüten verdeckt werden.

Ordnungsart:

Der Brautkranz zeigt Symmetrie in der Ausprägung als Monosymmetrie mit einer senkrechten Symmetrieebene. Lediglich das abfließende Band setzt einen asymmetrischen Akzent, der die strenge Gleichmäßigkeit charmant mildert.

Gestaltungsart:
Der Brautkranz gehört zur dekorativen Gestaltungsart sowie mit der dichten Werkstoffanordnung und seiner geschlossenen Umrissform zur Formbinderei. Im Übrigen ist die an den Seiten schlank beginnende und zur Mitte hin dicker werdende Form einer Blütengirlande, oft als Feston bezeichnet, in den Kranz integriert.

Farbgestaltung und Texturen:
Im wollig weich texturierten Brautkranzkörper aus Alchemilla-Blüten bilden Rosen und Bouvardienblüten seidig schimmernde Glanzpunkte. Die seidige Textur wird vom Band nochmals aufgegriffen. Diese Stofflichkeiten harmonieren perfekt mit dem Brautkleid.

Werkstückbesprechung: Festonartiger Brautkranz
Werkstückbesprechung: Festonartiger Brautkranz

Werkstoffpositionierungen:
In dem Grün der Alchemilla-Blüten sind die Rosen- und Bouvardienblüten in einer gleichmäßigen Streuung positioniert. Lediglich die Rosenblütengrößen sind von knospig bis offen dem nach und nach zunehmenden und dann wieder abnehmenden Durchmesser des Kranzwulstes entsprechend sortiert.

Proportionen:
Proportional ist zunächst die Dicke des Kranzkörpers wichtig. Damit das Werkstück nicht plump, sondern leicht, ausgewogen und tragbar wirkt, darf die maximale Kranzkörperdicke etwa die Breite der Brauthand nicht überschreiten. Aus demselben Grund sollte das Verhältnis zwischen der maximalen Dicke und dem Durchmesser in halber Höhe 3 zu 2 lauten, also etwa dem Goldenem Schnitt entsprechen. So wird auch der Übergang zum schlanken und nur mit Band gestalteten Griff harmonisch. Es entsteht so eine relativ große Kranzkörperöffnung, die sich wiederum zur maximale Kranzkörperdicke wie 5 zu 2 verhält, ebenfalls ein Zahlenverhältnis, das im Goldenen Schnitt mit 2 : 3 = 3 : 5 vorkommt. Schließlich kann noch der Gesamtdurchmesser des Brautkranzes in Relation zur Statur der Braut in ihrem Brautkleid von Bedeutung sein. Die Taillengröße der Braut sollte hier, außer bei sehr schlanken Bräuten, in der Regel nicht überschritten werden.

Stilistischer Brautkleidbezug:

Der Brautkranz zeigt eine Ausprägung als Feston. Das Feston ist schon in der Antike als Floralschmuck und in der Architektur von der Renaissance bis zum Historismus häufig als Ornament zu finden. Diese Brautkranzgestaltung passt daher und wegen ihres stilistischen Ausdrucks besonders gut zum klassischen und zum romantischen, langen Brautkleid.

Diese und viele weitere Ideen für alle Disziplinen der Hochzeitsfloristik liefert Ihnen unser Fachmagazin:

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